Sterben                

               

 


 

Willkommen

GERELCArds

virtuelles

Postamt

Linkseite

Gästebuch

 Hinweise

Gedichte

Gedichte1

Gedichte2

Gedichte3

Gedichte4

Gedichte5

Gedichte6

Kurzgeschichten

 

Gallery

Saal1

Saal2

Saal3

Saal4

Saal5

Saal6

 

Natur und Garten

Schmetterlinge

Neue Fotos

Mein Hund

Sita

Frühling

 

Sterben

Abschied

Trauerfeier

Schmerz

Gedenktafel 




 

 

Zurück zum Seitenanfang

 

 

 



 


 

 

 


Wer seinen Frieden wieder finden will, darf vor dem psychischen Schmerz nicht davonlaufen.

Verluste bringen Schmerzen, die sich jemand bevor es soweit ist, gar nicht vorstellen kann.
Manchmal ist frau beim Verlust des Partners wie betäubt und wundert sich, wie wenig sie empfindet.
Männer stürzen sich in die Abwicklung der notwendigen Amtsgänge. Dabei wäre es gut, sich vom Leichnam des geliebten Verstorbenen auch in körperlicher Umarmung zu verabschieden, damit frau/man sich an dieses Gefühl erinnern kann. Wenn die Beerdigung vorbei  und Ruhe eingetreten ist, dann kann der Schmerz einen jeden Menschen so überfallen, dass sie oder er zusammenbrechen. Es ist immer gut, dann eine Freundin oder einen Freund gleichen Alters zu haben, um sich anvertrauen zu können. Manchmal braucht es ja in diesem Moment nicht mal der Worte, sondern nur eine Schulter zum Anlehnen oder Ausweinen.

Das beendet den Schmerz aber noch nicht, lässt ihn nur erträglicher werden. Wenn sich Menschen dann an den Alkohol halten oder in neue Liebschaften stürzen, dann kann der Schmerz nicht ausheilen. Trauern braucht seine Zeit. Nicht umsonst haben unsere Vorfahren ein Trauerjahr angesetzt. Ein halbes Jahr braucht wohl jeder, in dem sich der Abschied gestalten lässt. Das geschieht in einem beim Gang zum Grab und bei der Grabpflege, zum anderen im Haus, wenn nach und nach die Gegenstände, die der oder die Verstorbene im täglichen Gebrauch hatte, an einen Erinnerungsort fortgeräumt werden. Dann wird langsam ein geändertes Leben  Einzug halten, im Wechsel und in der Umstellung des Alltags auf das Alleinsein. Kleine Gewohnheiten von früher werden fast unmerklich wieder aufgenommen, obwohl man anfangs darauf achtet, alles so zu machen, als sei die Partnerin oder der Partner noch dabei.

Dass da immer wieder mal geweint wird, das tut gut, denn es lässt den gestauten Schmerz ab und erleichtert das schwere Herz. Wer das nicht kann, erlebt meist, dass sich der Schmerz als Depression manifestiert, aus der niemand ohne fremde Hilfe herausfindet. Also sind weinen und danach lachen die Mittel der Wahl, der Gang zum Psychologen bei Depressionen aber angeraten. Ebenfalls, wenn der Todesfall sehr plötzlich, durch Herzinfarkt, Unfall oder ein Gewaltverbrechen eingetreten ist. Da kann man ohne Hilfe einfach unmöglich zurecht kommen ohne hart zu werden, man braucht andere Menschen.

Nach dem Weinen und den Spaziergängen zum Grab sind auch weite Spaziergänge von Nutzen. Wenn Menschen sich bewegen, kommen sie leichter ins Gleichgewicht. Außerdem sind die Reize, die sich den Augen, den Ohren und der Nase anbieten dazu geschaffen, andere Gedanken in uns auszulösen, neue Bedürfnisse zu wecken.

Dann beginnt man den Tag umzugestalten, eigene Vorlieben wieder zu beleben oder neue zu entdecken. So, wie es vor der Partnerschaft mit dem Verstorbenen war, wird es aber nie mehr sein. Jedes Ding hat seine Zeit, auch die Vorlieben. Und wenn ein halbes Jahr gelebt ist, beginnt sich der Zurückgebliebene vielleicht schon wieder nach Gesellschaft zu sehnen. Früher war das erst nach dem Trauerjahr wieder gestattet. Aber viele Menschen haben gleich nach dem ersten Jahr des Alleinseins wieder geheiratet, weil sie nach dem ersten halben Jahr jemand gefunden haben, mit dem sie wieder lachen konnten. Das Lachen ist ein Grundbedürfnis und niemand sollte es verlernen!

Medizinisch gesehen ist das Lachen ein Jungbrunnen, der den Kreislauf beleben, das Immunsystem stärken und das Selbstvertrauen wieder herstellen kann. Nicht umsonst hat in unseren Tagen das Lachen in Kursen nach der Lachtherapie des Inders Dr. Madan Kataria solchen Zulauf. Erhalten Sie sich den Drang zum Lachen, dann  leben gesund!

Wenn jemand nach dem ersten halben Jahr noch in der gleichen tiefen Trauer steckt wie am ersten Tag, dann hat diese Trauer meist schon einen krankmachenden Charakter. "Und tröstet euch auch wieder, denn von Trauern kommt der Tod ...", heißt es an einer Stelle in der Bibel. Niemand darf Trauer verachten, es  trauert jeder Mensch auf seine Weise und unterschiedlich lang. Aber jeder Schmerz schwächt sich langsam ab und findet ein Ende irgendwann. Das Leben geht weiter, wenn auch zuerst nur irgendwie. Bei alldem leidet eben der eine länger und ein anderer kürzer. Trotzdem kann ein Jahr als Richtschnur gelten. Die Zeiten, in der Frauen nach dem Tod ihres Mannes gezwungen waren, den Rest ihres Lebens in schwarzer Trauerkleidung zu gehen und nie mehr Feste und Gesellschaften zu besuchen, die sind zum Glück ja vorbei. Heute bestimmt das jeder Mensch für sich selbst. Trauer kann nicht an der Kleidung festgemacht werden.

Irgendwann wird die Aufmerksamkeit der Trauernden auf Kleinigkeiten des Alltags gelenkt, die wieder als schön empfunden werden: der Gesang der Lerche in der Frühe oder das Scheppern des Milchautos; ein Spinnennetz im Garten, an dem noch die Tautropfen hängen oder ein frecher Spatz, der in einer Minipfütze badet; ein Schmetterling, der sich genau vor unserer Nase auf eine Blume setzt oder ein weinendes Kind, dem man die Tränen trocknet und das man tröstet. Plötzlich findet man sich auch getröstet, das geschieht oft mit einem Schlag: Gestern noch Trauer und Regen, heute auf einmal Sonnenschein.

Dagegen ist nichts einzuwenden. So ist es in der Natur und Menschen sind auch so ein Stück Natur.  Da heißt es: Nach Regen scheint Sonne. Nach dem Nachlassen des Schmerzes  kann man wieder aufatmen. Aber der Mensch ist tiefer danach. Schmerz ist Wachstum in die Tiefe der Seele. Jedes Ende birgt auch einen neuen Anfang.

                                                  Traueransprache

Zurück zum Anfang