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Gerel Calow
Gedichte 3 |
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Quellnymphen |
Ausgewachsen |
Morgen? |
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Drude |
Urte |
(Windflüchter)
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(geschrieben
1978 in der DDR) |
Ein reicher Frühling schwellte ihre Brust.
Sie blühte mit den Blumen um die Wette,
Verfolgte sichern Vogelflug voll Lust
Und wünschte, dass sie selber Flügel hätte.
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Am Fluss schlägt leise Welle einen Stein.
SIE steht und wartet, dass die Schwalben fliegen,
Dass sie sich sammeln, wo sie sich vergnügen.
SIE braucht das Ziehen für ihr eig`nes Sein.
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Siehst du den Baum,
wie er sich fürchtet allein
Vor`m
Wind und sich wiegt, ihm zu Willen zu sein?
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Vielleicht
ist eine andre Welt
noch möglich.
Vielleicht
steigt morgen schon
der letzte Rauch
von unserem Planeten
auf und ab, denn wo
im Raum wär`
oben dann und unten?
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Das war schon frühe, als die fremde Stadt
Sie zu so vielem zwang, was sie nicht wollte,
Da wurde manchmal ihre Stimme matt
Vor Sehnsuch, die sie dort nicht haben sollte. |
Jedoch der Sommer harrt in hoher Blüte,
Da hilft auch ihre Herbsterfahrung nicht.
Ein erstes welkes Blatt, das davon spricht,
Ersetzt noch nicht der vollen Reife Güte. |
Hörst du den Baum,
wie er schreit und stöhnt,
ächzend im Sturm geht
im Flüchten erstarrend?
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Vielleicht,
dass gestern sich entschied,
worum wir heut noch bangen.
Denn woher wissen wir
und wann?
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Der Juni kam, nahm sie in harte Pflicht,
In der sie Tränen kannte und Verzicht
Und eigentlich doch von sich selbst nichts wusste.
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In einem kühlen Sommer wird die Ernte spät.
Sind nicht die Bienen in der Nacht erfroren?
Hat nicht der Reif die erste Frucht geschwärzt?
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Riechst du den Wind
und den harzigen
abgebrochenen Zweig
in der salzigen Luft?
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Unsre Augen waten
im Wust der Zeitungen,
schon morgen Knüllpapier,
saugen mit unsern Sinnen
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Im
Juni suchte sie schon Heidekraut.
Sie war so einsam, so verrückt und laut
Und leise, dass man sie verkennen musste.
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Im harten Wind, der auf der Buhne geht,
wird nie die Flügellosigkeit verschmerzt.
Was also hat SIE auf dem Stein verloren?
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Doch überleben allein wird nicht
Gewürdigt von allzu nahen Verwandten.
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Ausschnitt für Ausschnitt
fremdes Leid und Leben ein.
Wo leben wir
und wissen wir`s?
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Steif, gerade und eng blicken die
Bäume
Des Dünenwaldes an dem Gekrümmten
vorbei.
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Vielleicht ist
eine andre Welt
noch möglich,
die morgen sich entscheidet.
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